Lindenschule Schwandorf


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Der Zukunfts-Sonderpreis geht an die Lindenschule

Schuljahr 2018/19 September bis November

Laudatio von Frau Dr. Margit Berwing-Wittl für den Zukunftspreis Kultur 2018 des Landkreises Schwandorf: Linden-Grundschule Schwandorf "Multi-Kulti in unserer Region"
(22.11.2018, ZMS Schwandorf)

Sehr geehrter Herr Landrat, verehrte Preisträger, meine sehr geehrten Damen und Herren,

dieses Mal war es angesichts von 29 Eigenbewerbungen und Vorschlägen aus allen Bereichen der kulturellen Arbeit besonders schwierig, würdige Kandidaten zu ermitteln, das hat in der Jury zu teils heftigen Wortgefechten geführt, und die Auswahl war nicht immer einfach.
In einem einzigen Fall allerdings gab es gar keine Diskussionen, wir waren uns sofort einig, dass dieses Projekt einen Zukunftspreis verdient. Es ist die Linden-Grundschule Schwandorf, die sich mit dem Jahresmotto "Multi-Kulti in der Region" beworben hat. Und das kommt nicht von ungefähr: an der Schule, in den Klassen 1 bis 4 lernen Kinder aus 33 Nationen! 75 % der Drittklässler haben Migrationshintergrund, und so liegt es ja völlig nahe, einmal darüber nachzudenken und miteinander daran zu arbeiten, was denn eigentlich "Heimat" für sie bedeutet. Die Kinder kommen aus Spanien und dem Irak, aus Syrien, Bulgarien, Kasachstan oder China, aus Eritrea und Kuba, aus Tschechien, Polen, Indien und Afghanistan und und und - ich kann sie aus Zeitgründen nicht alle aufzählen! Damit erleben und leben diese Kinder viel mehr Multi-Kulti als wir Erwachsenen in unserem Alltag, und sie erleben es als positiv, als Bereicherung ihres Lebens, als Angebot, das neugierig macht und das Spaß macht! Und sie alle lernen, sich in der Stadt und dem Landkreis Schwandorf, in Bayern eine neue Heimat zu schaffen.

Die Bewerbung der Lindenschule war unserer Ansicht nach ganz besonders auch deshalb so förderwürdig, weil es eben Grundschul-Kinder sind, die die Integration leben und verwirklichen, indem alle ihre Sinne angeregt werden. Das, und nur das, weist in die Zukunft und macht Hoffnung für ein friedliches Zusammenleben (wenn man sieht, was bei den letzten Wahlen und auf den Straßen dieser Republik gerade passiert, möchte man manchem Erwachsenen raten, einmal einen Projekttag in der Lindenschule zu verbringen!).

Die Regierung der Oberpfalz hatte 2018 den Schulwettbewerb "Wir feiern Bayern - Heimat leben und gestalten" ausgerufen - klar, weil der Freistaat Bayern 2018 seinen 100. Geburtstag feiert, und die Lindenschule war sofort angestachelt, von Dezember 2017 bis Sommer 2018 mit kreativen Ideen dieses Motto mit Leben, mit konkreten Beispielen zu erfüllen. "Pack ma's" war die Devise, als die Schülerinnen und Schüler, unterstützt von ihren Lehrerinnen Doris Sommer und Ella Vierl, dem Hausmeister Adolf Kiener und einigen begeisterten Eltern, die verschiedenen Bereiche zu planen und auszuführen begannen. Unter schwierigen Bedingungen, denn aufgrund der Sanierung der Schule waren weder Aula noch Turnhalle nutzbar, also musste man improvisieren- wie im richtigen Leben!

Lassen Sie mich kurz ein paar Stichworte nennen, wie und womit das Zusammenleben und -lernen so vieler Nationalitäten funktioniert:
- Sport natürlich - da braucht man nicht viel zu reden, da wird durch das Viertel und im Sepp-Simon-Stadion gelaufen und so nicht nur die Fitness trainiert, sondern auch die Straßen, Parks und Gebäude des Stadtviertels erlebt! Beim Charity-Stadtlauf in Schwandorf war die Lindenschule die mit den allermeisten Teilnehmern!
- Musik selbstverständlich - da muss man auch nicht viel reden, sondern man komponiert halt z.B. einen Lindenschul-Song und einen Lindenschul-Rap, man tanzt, musiziert und singt miteinander im Chor, vermittelt so dem Publikum, etwa beim Christkindlmarkt und bei der schuleigenen Adventsfeier, dass Harmonie und Musik unabhängig von Religion, Herkunft und Hautfarbe funktionieren.
- Und natürlich Gesundheitserziehung und Kulinarik, "Ein Topf für die Welt", Ausbuttern wie früher oder ein typisches herbstliches Kartoffelfeuer und natürlich "Kochen wie in der alten Heimat" sind dafür Beispiele
- Schließlich auch die Kunst - an einem eigenen Kunsttag wurden Werke zum Thema "Heimat" geschaffen, die etwa beim Hundertwasser-Malwettbewerb in Amberg Preise gewonnen haben.

Alle diese Einzelinitiativen stärken das soziale Miteinander und die jeweilige Kompetenz, man hilft sich gegenseitig und lernt so voneinander, die Kinder bringen etwas aus ihrer alten Heimat mit und erarbeiten sich mit anderen zusammen ihre neue im Landkreis Schwandorf.

Das ist ein mutiges und innovatives Projekt, es geht von einer bestens funktionierenden Grundschule aus, und es ist vor allem ein Projekt, das genau die Kriterien erfüllt, die für die Vergabe eines Zukunftspreises des Landkreises Schwandorf entscheidend sind. Wir waren nicht die ersten, die von diesem Projekt beeindruckt waren - die Regierung der Oberpfalz hat das Projekt bereits vor einigen Wochen mit dem Regionalpreis ausgezeichnet.

Aber, eben weil wir uns so schnell einig waren und weil es natürlich nicht ganz einfach ist, die Werke professioneller oder semiprofessioneller erwachsener Theaterinitiativen, bildender Künstler und Musiker mit den Motiven und dem Können von 6-10-Jährigen zu vergleichen - deshalb hatten wir in diesem Fall außerordentliches Glück, nämlich in der Gestalt unseres Jury-Mitglieds Dr. h.c. Sissi Thammer, der Intendantin des Festivals junger Künstler in Bayreuth und zugleich Kulturmanagerin und Jugendarbeiterin. Sie trat nämlich nicht nur quasi als Kulturbotschafterin in Bayreuth auf, sondern für uns sogar als eine gute Fee: Sie hat einen Sonderpreis für eben dieses Schulprojekt aus eigener Initiative vorgeschlagen und in die Realität umgesetzt, und zwar im Rahmen des 69. Festivals junger Künstler Bayreuth einen dreitägigen Workshop für Schülerinnen und Schüler, Eltern und Lehrer in Bayreuth, wo sie unter Leitung von Regisseur Maximilian Ponader das bereits erworbene Wissen und Können weiter trainieren und sich gemeinsam weiter entwickeln können, aber auch das Weltkulturerbe "Markgräfliches Opernhaus" besichtigen und Proben internationaler Künstler miterleben werden. Für Unterkunft, Verpflegung, Versicherung und die Kursgebühren wird Frau Dr. Thammer sorgen, unterstützt von der Stadträtin Sonja Dietl, die selbst einmal Schülerin an der Lindenschule Schwandorf war uund der natürlich ebenfalls ein herzlicher Dank gilt. Dies alles dient dazu, dass "Multi-Kulti" an der Linden-Grundschule fortgesetzt und hoffentlich eine glückliche Zukunft haben wird!
Dir, liebe Sissi, an dieser Stelle ganz herzlichen Dank für diese tolle Idee und deren Realisierung mit deinen Partnern in Bayreuth! Und allen, die an dem Wochenende teilnehmen können, ganz viel Spaß, auf dass ihr das Gelernte und Erlebte bald wieder in eure tolle Lindenschule einbringen könnt!

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit und ganz herzliche Glückwünsche der Lindengrundschule Schwandorf zu "Multi-Kulti in unserer Region" und dem Zukunftspreis Kultur des Landkreises Schwandorf!

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